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jazzopen Stuttgart 2015Open Air Bühne beim Mercedes Benz Museum in Stuttgart am 7. Juli 2015SNO'LEO![]() Das Eröffnungskonzert des Abends bestritten die Schneeleoparden der in Stuttgart lebenden Bassistin Annika Strobel. Mit von der Partie waren Philip Braun voc, Philipp Gras keys, Steffen Fritz dr, Roman Spilek git, SouL Elements rap und Steffen Dix sax. Mit viel Schwung, interessanten musikalische Einfällen und guter Laune bereiteten Sie vor auf zwei aussergewöhnliche Konzerte mit wahren Größen des Jazz. The Bad Plus Joshua Redman
The Bad Plus, schlechter als schlecht, nennen sich die 3 Herren, die sich damit einen Freibrief geben, zu machen was sie wollen. Das tun sie auch mit großem Vergnügen. Sie haben mit ihren Spiel den Begriff des Jazz-Piano-Trio revolutioniert. Auch wenn man ahnt, daß man manche Melodienschnippsel schon mal gehört hat kommt man nicht gleich auf die Idee, daß es Songs von Nirvana, den Bee Gees oder den Queen sind. Diese drei ausgezeichneten Musiker improvisieren, was die Instrumente hergeben. Mit dem meisterhaften Saxophonisten Joshua Redman haben sie einen fabelhafte Ergänzung ihres ausgelassenen Treibens gefunden. Auch er schert sich kaum um Genre-Grenzen. Zwar lässt er sich bei seinen Kompositionen gerne von den klassischer Songs aus dem American Songboook der Dreißiger- bis Fünfzigerjahre inspirieren, holt sich aber auch Ideen von The Beatles, Prince oder Led Zeppelin. Er hat inzwischen CDs aufgenommen mit Brian Blade, Christian McBride und Brad Mehldau, Aaron Goldberg, Reuben Rogers und Gregory Hutchinson, Miguel Zenón, Isaac Smith, Eric Harland, Matt Penman und vielen anderen. Ethan Iverson am Piano, Reid Anderson am Bass und David King an den Drums haben zusammen mit Joshua Redman am Saxophone ein wahrlich interessantes Konzert gegeben. Nach kurzer Pause gings weiter mit Marcus Miller
So führt er mit seinen Kompositionen durch die Rhytmen aus Mali, Brasilien, der Karibik nach New Orleans, New York und Detroit. Miller greift dazu auch mal zur Gimbri, einer gezupfte Kastenhalslaute mit drei Saiten oder zur Bassclarinette. Sehr gut passte da auch die tropische Witterung, die auch an diesem Abend wieder über der Stadt lag. Über 30 Grad hatte man noch nicht oft erlebt spät abends in Stuttgart. Nach den ersten Blitzen kamen auch bald die lang ersehnte Abkühlung. Mit den ersten Regentropfen schwärmten auch viele Mitarbeiter des Veranstalters aus, um Regencapes zu verteilen. Aber Miller hatte inzwischen das Publikum so in seinem Bann gezogen, daß niemand die Flucht wegen ein bisschen Wasser ergriff... Adam Agati an der Gitarre, Brett Williams an den Keyboards, Louis Cato an den Drums, Lee Hogans an der Trompete und Alex Han am Saxophone ergänzten auf geniale Weise das Spiel von Mino Cinelu und Marcus Miller, die bereits zusammen mit Miles Davis die Bühne teilten. Miller hat bei den beiden Alben Tutu und Amandla beinahe die ganze Musik geschrieben. Ein Konzertabend der alle Sinne ansprach, in die Beine ging und unvergessen bleiben wird. |