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2. Liquid Jazz Night Sebastian Studnitzky Quartet
in Liquid Bar Tübingen am Montag, 6. März 2017


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Sebastian Studnitzky, tr, p
Laurenz Karsten, g
Paul Kleber, b
Tim Sarhan, dr
Jazz im Prinz Karl möchte sein Angebot ausweiten, mehr Konzerte in der Stadt machen, jüngeres Publikum anlocken - und
welche Location wäre da besser geeignet, als die Liquid-Bar. Engagiert wurde von den gemeinsamen Veranstaltern das
Sebastian Studnitzky Quartett und die Band Komfortrauschen, beide aus Berlin, man holte also großstädtische Avantgarde
ins beschauliche Tübingen.
Los ging's mit der Hauptband, dem Studnitzky Quartett, in der auch 2 Musiker von Komfortrauschen mitspielen, man hat
also die Kräfte gebündelt. Als Sebastian Studnitzky auf die Bühne kam, stutzte er etwas, weil das Klavier wohl auf der
für ihn falschen Seite stand und meinte: "Was Jazzmusiker am meisten hassen, ist die Improvisation!". Natürlich war das
nicht ernst gemeint, denn es wurde dann doch gehörig improvisiert, so wie es sich für eine Jazzband gehört. Studnitzky,
eigentlich bekannt als Trompeter, überraschte das Publikum, dass er die meiste Zeit am Flügel saß und nur gelegentlich
in seine Trompete blies, aber am Flügel sitzen blieb. Musikalisch war viel Funk unter den Jazz gemischt, es groovte ganz
ordentlich, es gab aber auch lyrische Momente und so entwickelte sich ein abwechslungsreiches Programm, das die Besucher
bestens mit modernem Jazz unterhielt.
Komfortrauschen


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Laurenz Karsten, g
Phillip Oertel, b
Tim Sarhan, dr
Nach einer kurzen Umbaupause legte Komfortrauschen los. Angekündigt waren sie damit, dass sie zwar Techno spielen, den
aber handgemacht, nicht mit Laptop sondern mit richtigen Instrumenten. Das spielten sie auch, nicht nur zum Wohlgefallen
des vorwiegend älteren Publikums, so dass sich die Reihen etwas lichteten. Die Jungs auf der Bühne, Laurenz Karsten am Bass
und Tim Sarhan wieder an den Drums, hatten aber erkennbar ihren Spaß,
spielten immer wiederkehrende, stark rhythmische Loops. Etwas ungewohnt war, dass sich der Gitarrist Laurenz Karsten immer
wieder bückte und seine zahlreichen Effektgeräte am Boden justierte, so dass man von der Band eigentlich immer nur
2 Musiker in Aktion sah. Für das Tübinger Jazzpublikum war der Auftritt etwas Besonderes, man sah auch einzelne Gäste
am Rand der Bühne tanzen, so dass durchaus geteilte Reaktionen festzustellen waren. Neues muss man auch mal aushalten,
anhören, auf sich wirken lassen, vielleicht entwickelt diese Musik auch ihren Reizt für ältere Jazzhörer; junge mögen
das sowieso. Sie zusammenzubringen war die Absicht der Veranstalter.
Helmut Hugo Burkhardt
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